Ein Sommer in Terezín

Jakusiel wollte Pilot werdenP1030494 Sara bloß nicht einsam sterben
Träumte oft von Freiheit und Frieden
Stattdessen große Pläne schmieden
Sie trafen sich vor MagdeburgHalten Händchen bis kurz vor Hamburg
Hatten nicht viel außer sich selbst zu vertrauen.
In dieser Festung voll Kummer und Grauen
Die große Angst fraß immer die kleine
Bloß nicht weg – im Zug alleine
Neben ständig Hunger Wanzen und Läuse
Blieb der letzte Tag in der Schleuse?
´43 quietschten die Gleise
Jakusiel muss fort auf Reise
Die Welt stürzt ein ihr Herz zerbricht
Noch heutzutage erscheint im Traum
Ihr sein Gesicht.


Erklärung:

Jakusiel und Sara waren typische jüdische Vornamen, die im Jahre 1938 auf der Liste der Namen standen, die jüdische Eltern ihren Kindern geben mussten, damit sie gleich als Juden identifiziert wurden.

Die Magdeburger Kaserne und die Hamburger Kaserne sind Häuser IMG 0195(ehemalige Kasernen) in Terezín, die von den Nationalsozialisten als Unterkunft für die deportierten Juden genutzt wurden.
Die Juden wurden oft von Hunger, Wanzen und Läusen geplagt, die ihnen das Leben zur Qual machten.
Die „Schleuse" war eine Durchgangsstation, die auf dem Weg nach Theresienstadt hinein und aus Theresienstadt heraus durchlaufen werden musste.
Da Theresienstadt nur ein Durchgangslager war, lebten die Juden in der ständigen Angst, mit dem Zug in ein anderes KZ oder ein Vernichtungslager deportiert zu werden.

Gedicht und Erklärung: Robin Wehe, Till Lubczyk