Das jüdische Viertel in Prag

DSCF2530Prag ist eine Touristen-Stadt, zumindest tagsüber. Das jüdische Viertel, nach 1788 Josephsstadt genannt, ist geprägt von vielen Jahrhunderten Geschichte und vielen Synagogen unterschiedlichen Baustils. Besucht haben wir zwei, eine davon im maurischen Stil, und den alten jüdischen Friedhof.

Das Viertel war sehr belebt während unseres Besuchs, und eine pietätvolle Stimmung herrschte nur in der ersten, der Pinkas-Synagoge, die als Gedenkstätte eingerichtet ist und in der die Namen von 80.000 ermordeten Juden an die Wände gemalt wurden, was auf uns erdrückend wirkte. Im oberen Stockwerk ist eine Ausstellung zu sehen, die Bilder von Kindern bis zu 13 Jahren aus den Konzentrationslagern zeigt. Es war erstaunlich zu sehen, wie sich die Kinder das Paradies vorstellten. Diese Bilder hängen unter der Überschrift „Dreams of Palestine".

Die im maurischen Stil gehaltene Spanische Synagoge hatte eher ästhetischen Wert, sie war sehr verziert und wirkte von innen sehr prächtig. Das

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heutige jüdische Viertel von Prag hat überhaupt keinen ghettohaften Charakter mehr. Während der Herrschaft der Nationalsozialisten diente Theresienstadt als jüdisches Ghetto, weil das alte Viertel zu edel geworden und schlecht zu bewachen war.

Die Synagogen und der jüdische Friedhof von Prag blieben erhalten, da die Nazis offiziell auf einen Deal mit Dr. Stein, einem Vertreter der jüdischen Gemeinde, eingingen; sie wollten ein Museum der „untergegangen Rasse" errichten, in das die Synagogen integriert wurden.


Kai Denfeld und Dominic Septar