„Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“

- Ein Propagandafilm der Nazis über das Leben der Juden im Ghetto Theresienstadt -

Als Jude im Nationalsozialismus zu leben, gestaltet sich leichter als man sich das vorstellt - sollte man denken, wenn es nach den Nazis ging.

Viele Leute verschwiegen ihre Angst und den Schrecken. Aber Fakt ist auch, dass die Nazis viel für einen „besseren" Ruf getan haben. So entstand unter anderem der Propagandafilm in Theresienstadt.

P1030511Im Film wird gezeigt, wie die Leute voller Freude und Elan ihrer Arbeit nachgegangen sind oder sich an anderen Aktivitäten beteiligt haben. Wissenschaftliche Vorträge von Professoren fanden offenbar regelmäßig statt, auch Theaterstücke konnte man sich ansehen. Es scheint, als hätten die Juden in Theresienstadt ein gutes Leben gehabt.

Nach Theresienstadt wurden 140.000 Menschen gebracht, davon sind 33.430 dort gestorben und 87.000 deportiert worden, die meisten davon in ein Vernichtungslager.

Gedreht wurde der Film im Sommer 1944 in Theresienstadt. Die Nazis bereiteten die Stadt 6 Monate im voraus darauf vor, alles musste stimmen, die Häuser wurden erneuert und 10.000 kranke, alte oder nach Meinung der Nazis nicht mehr repräsentable Leute deportiert und umgebracht. Der Film wurde inszeniert, um die Nazis in ein besseres Licht zu rücken und um die Gerüchte um die Gaskammern aus der Welt zu schaffen und zu zeigen, dass es den Juden auch im Nationalsozialismus gut geht und sie gut behandelt werden. Alle Schauspieler und der Regisseur wurden jedoch direkt nach Abschluss der Dreharbeiten deportiert und getötet.

Es ist bis heute ein großes Diskussions-Thema, ob die Bevölkerung damals über die Umstände in KZ´s wie z.B. Auschwitz oder im jüdischen Ghetto Theresienstadt Bescheid wusste. Auch auf uns hat der Film unterschiedlich gewirkt:

In den Augen der Kinder hat man im Film gesehen, dass sie nicht ganz glücklich waren. Man hat die Augenringe gesehen und das Lachen war gezwungen. Allerdings ist der Film überzeugend gemacht.
Paul

Das Lachen der Kinder und die ganze Atmosphäre, die im Film dargestellt ist, wirkte auf mich echt und nicht gespielt. Ich hätte zur damaligen Zeit dem Film geglaubt.
Celina

Celina, Paul