Projekt "VerQUICKT"

Zielsetzungen, Kooperation und Handlungsschwerpunkte

Im Projektverbund VerQUICKT werden sowohl Schüler(innen) als auch ihre erwachsenen Begleitpersonen über einen längeren Zeitraum hinweg in der Entfaltung ihrer kognitiven, fachlichen sowie sozialen Kompetenz zielgerichtet unterstützt. Die drei Projektpartner vernetzen sich und ihre konzeptionellen Ansätze aus den Bereichen der beruflichen und politischen Bildung so, dass nicht nur sozial benachteiligte und von Ausgrenzung bedrohte Jugendliche, sondern auch eine beträchtliche Zahl von Multiplikator(inn)en und letztlich alle drei Regionen mitsamt ihren Bürger(inne)n, den einzelnen Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betrieben von der Arbeit des Projekts profitieren werden.

Der Verbund beinhaltet drei Teilprojekte:

1. Im Rahmen des Projekts „Spurensuche Migrationsgeschichte im Nachkriegsdeutschland“, das von derJugendinitiative Spiegelbild federführend entwickelt wird,findet eine erste Auseinandersetzung mit Prozessen der In- und Exklusion, mit beruflichen Lebensentwürfen und biografischen Verläufen vor dem Hintergrund der politisch-historischen Bildung zur Migrationsgeschichte im Nachkriegsdeutschland statt. Im Rahmen dieses Teilprojekts wird die regionale Geschichte der so genannten Gastarbeiter(innen) in Verbindung mit der Historie der beteiligten Unternehmen erforscht. Durch den ergänzenden Ansatz der Zeitzeugenarbeit lernen die Schüler(innen) Pioniere der Arbeitsmigration sowie andere eingewanderte Menschen kennen. Sie setzen sich mit ihren Lebenswegen und ihrer Weise der Bewältigung von Herausforderungen, aber auch mit den Themen Migration, Identität und Integration auf der Metaebene auseinander. Parallel dazu bieten Betriebserkundungen die Gelegenheit, sich forschend mit Vergangenheit und Gegenwart der Produktionsstruktur in den beteiligten Betrieben zu beschäftigen.

2. Im zweiten Schritt sollen die Jugendlichen im Zuge des produktorientierten Lernens mit dem werkpädagogischen Ansatz tätig werden. Mit Hilfe von Projektwochen an kooperierenden Schulen in allen Bezirken des Projektverbundes kann eine Vielzahl von Schüler(inne)n sich in den unterschiedlichsten Praxisfeldern praktisch erfahren und zugleich für das Gemeinwesen engagieren. Hierdurch werden sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung ebenso wie im Kontext ihrer beruflichen Orientierung gestärkt.

3. In Ergänzung zum produktorientierten Lernen bringt basa e. V. das Coachingkonzept „ InVielele – (In) Vielfalt leben (lernen)“ für Jugendliche, ihre Eltern und weiterführende Begleiter(innen) im Übergang Schule-Beruf in den Projektverbund ein. Dabei werden die beteiligten Schüler(innen) in persönlichen Anliegen und Fragen der Berufswahl individuell beraten und in umfassender Weise zielgerichtet unterstützt; hinzu kommen Coachingkonzepte für ihre Eltern sowie Sensibilisierungs- und Methodentrainings zum Umgang mit kultureller Vielfalt und den damit verbundenen Herausforderungen für Betriebe und Verwaltungen als potentiellen Ausbildungsorganen.

4. VerQUICKT bietet die von vhs und Spiegelbild gemeinsam entwickelte Fortbildungsreihe „Herausforderung Vielfalt – Bildung im Wandel“ an. Lehrer(innen) und andere pädagogische Fachkräfte werden mit dem Ziel sensibilisiert, einer Vorab-Etikettierung Jugendlicher mit Migrationshintergrund und den damit verbundenen stereotypen Denkmustern entgegenzuwirken. Die aus vier Modulen zusammengesetzte Fortbildung befähigt Bildungseinrichtungen und Pädagog(inn)en mit Hilfe eines stark handlungsorientierten Ansatzes dazu, der interkulturellen Zusammensetzung von Lerngruppen in angemessener Weise Rechnung zu tragen.


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