Fachtag #Fake News

Fake News

Fachtag zum Umgang mit Falschmeldungen in sozialen Medien spricht breites Publikum an. Über hundert Interessierte waren am Donnerstag, den 20.04.2017, ins Frankfurter Jugend- und Sozialamt gekommen.

Die große Aufmerksamkeit für die Tagung zeugt von der hohen Relevanz, die Praktiker*innen aus der Jugendarbeit dem Umgang mit Fake News und mit denunziatorischen Behauptungen über die ‚Lügenpresse‘ derzeit zumessen.
Eröffnet wurde der Fachtag mit einem medienwissenschaftlichen Vortrag durch Philipp Müller von der Universität Mainz. Er arbeitete mit seiner Reflexion der Thematik insbesondere die neue Qualität von Falschmeldungen heraus, die heute über soziale Medien einen weit größeren Verbreitungsgrad erfahren als dies früher in den konventionellen Medien der Fall war. Die im Kontext von social media wegfallende regulierende Funktion der so genannten Qualitätsmedien, müsse, so das Fazit seiner Analyse, durch die demokratische Bildung der einzelnen Individuen unserer Gesellschaft ersetzt werden. In die gleiche Richtung verwies auch der Vortrag "Alte neue Fake News" von Ulli Janovsky, dem Leiter der Hörfunk-Nachrichtenredaktion im HR.
Am Nachmittag stellten die kooperierenden Organisationen in Workshops ihren praktischen Umgang mit Fake News in der Jugendbildungsarbeit vor. Während etwa das Medienzentrum Frankfurt sich kritisch mit dem Versuch von Facebook gegen Fake News vorzugehen beschäftigte, konnten sich die Teilnehmer*innen des Workshops des Gallus Zentrum davon überzeugen wie einfach es ist selbst gefälschte Nachrichten selbst zu produzieren. Basa e.V. war mit dem Workshop „(Kleine) Spiele gegen_über Bilder im Kopf“ vor Ort. Ausgehend von der Annahme, dass Fake News ihre Kraft und Wirkungsmächtigkeit oftmals aus Stereotypen und Vorurteilen beziehen, wurden in dem Angebot Methoden und Übungen vorgestellt, mit welchen Jugendliche dazu animiert werden sollen über die eigenen, stereotypen „Bilder im Kopf” nachzudenken und jene im Kontext von Fake News und deren viraler Verbreitung zu reflektieren.
Zum Abschluss des Tages hob Giulia Silberberger vom „Goldenen Aluhut“ mit ihrer Auseinandersetzung mit Verschwörungstheorien die Thematik auf eine humoristische, aber nicht weniger kritische Ebene.
Mit dem ‚Fake News‘ Tag, ging die Kooperation zwischen basa e.V., dem Frankfurter Jugendschutz, dem Netzwerk gegen Gewalt Frankfurt a.M., der Jugendkoordination Polizei Frankfurt a.M., dem Präventionsrat der Stadt Frankfurt a.M., dem Projekt des HKM Gewaltprävention und DemokratieLernen (GuD), dem Projekt Jugendmedienschutz des Hessischen Kultusministeriums und dem Medienzentrum Frankfurt e.V. bereits in die dritte Runde. Vorausgegangen waren Fachtage zu den Themen ‚Extremismus‘ und ‚Hate Speech‘.