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Fachartikel: Karten - Computer - Katastrophen

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Christian Kirschner und Dana Meyer, Bildungsreferent*innen bei basa e.V., stellen drei konkrete Methoden vor, mit deren Hilfe sich zivilgesellschaftliches Handeln in Veranstaltungen der politischen Jugendbildung reflektieren lassen. Für uns sind Akteur*innen der Zivilgesellschaft keine klar umrissene Gruppe. Vielmehr gehen wir davon aus, dass Menschen durch ihr eigenes Handeln erst die Grenze dessen definieren, was Teil einer Zivilgesellschaft sein soll. Zivilgesellschaft ist ein Begriff, der legitimes von nicht-legitimem Handeln unterscheiden lässt, der ein heimatlos gewordenes Bedürfnis nach Solidarität befriedigt und Ein- und Ausschlüsse hervorbringt. Damit gibt es, je nach politischer Perspektive, sehr unterschiedliche Interpretationen, Zuschnitte und Geltungsbereiche von Zivilgesellschaft. Zivilgesellschaft, zivilgesellschaftliches Engagement und das Sprechen darüber ist emotional aufgeladen. Zu Recht, geht es doch um nicht weniger als das moralisch „gut“ und „richtig“ Handeln. Gleichzeitig ist sie von Brüchen, Ungereimtheiten, Widersprüchen und letztlich radikalen Ausschlüssen markiert.

Außerschulische politische Bildung ist da keine Ausnahme, vielmehr stecken wir als Bildungsarbeiter*innen in genau diesen Auseinandersetzungen. So fällt es uns gar nicht so leicht, adäquate Methoden zu finden, die dieses komplexe Spannungsverhältnis zwischen Gesellschaft, Engagement, Urteile über richtig und falsch, Ausschlüsse und unübersichtliche Gemengelage der Akteur*innen überblicken zu können. Die Teilnehmenden unserer Veranstaltungen, aber auch wir als Veranstalter*innen verfügen über ein großes Repertoire an Gefühlen und Empfindungen, insbesondere wenn wir an die jüngsten politischen Ereignisse denken, die zivilgesellschaftliches Handeln umso mehr zu fordern und die Grenzen des Legitimen zu verschieben scheinen. Wir versuchen in unserer Bildungsarbeit an jenen Empfindungen anzuknüpfen – nicht weil wir das Politische emotional aufladen und so in die Populismusfalle treten, sondern weil wir kritisch bei uns selbst anfangen wollen.

Der Artikel ist erschienen der Außerschulischen Bildung 4/2017, S. 56 - 60. Er steht als PDF zur Verfügung:

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