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Fachtag: Wer bildet Meinung?

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Fake News sind kein neues Phänomen, aber Politische Bildung muss sich neu damit beschäftigen. Auf der Jahrestagung des AdB diskutierte basa e.V. die alten und neuen Herausforderungen: Was ist eigentlich die Wahrheit. Fake News sind kein neues Phänomen, wohl aber hat sich der Gegenstand und die Intention der Nutzung maßgeblich geändert. Während im 19. Jahrhundert noch Zeitungsenten gemeint waren, avancierte der Begriff in den letzten 15 Jahren zu einer der zentralen Beurteilungskategorien politischer Kommunikation. 2004 etwa wurden politische Aktionen, wie die der Gruppe „The Yes Men“, unter dem Label Fake News schon fast gelobt, mit denen sie Machenschaften großer Chemiekonzerne bloßstellen und die Akteure karikaturengleich vorführen („Dow-Chemical-Hack“). Sie ernteten für ihr Tun nicht nur in der Netzgemeinde große Anerkennung. In den letzten Jahren zeichnet sich hingegen eine diskursive Verschiebung ab, wie sich etwa in einem Arbeitspapier von Facebook zur Thematik zeigt, in welchem Fake News als systematischer Informationsmissbrauch beschrieben werden.
Politische Bildung ist damit zunächst in zweierlei Hinsicht herausgefordert: Einerseits durch die Frage danach was überhaupt „Wahrheit“ ist, andererseits durch die dezentralisierten und sich selbst multiplizierenden Kommunikationsstrukturen im Netz.

Fake News entfalten ihre (politische) Wirkung unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Im Workshop ging es daher einerseits darum, das Verhältnis politischer Bildung zu der Frage nach Wahrheit zu beleuchten. Wir schlagen als didaktisches Konzept vor, Fake News weniger hinsichtlich ihres Wahrheitsgehaltes zu erörtern, sondern sie als diskursive Wissensbestände zu begreifen, die in ihrer Genese, Multiplikation und Wirkung verstehbar und damit angreifbar sind. Wir möchten den Fokus auf die pädagogische Haltung in der konkreten Bildungspraxis legen und fragen, wie ein didaktischer Zugang jenseits binärer Beurteilungsschemata umgesetzt werden könnte.

Gleichermaßen sehen wir es als Herausforderung, wie politische Bildung mit dezentralisierten und sich selbst multiplizierenden Kommunikationsstrukturen umgehen kann. 2015 hat Böhmermanns Varoufakis-Satire traditionelle Pressearbeit vorgeführt. Traditionelle Medien sind kaum vor Fake News gefeit und die bisweilen auch in der politischen Bildung beliebte Gegenüberstellung von traditionellen Medien mit der „Wahrheit“ und Social-Media-Plattformen als „Lügeninstanzen“ beginnt zu bröckeln. Politische Bildung sollte hingegen den Spezifika der erfolgreichen Verbreitung von Fake News besondere Beachtung schenken, nämlich zum einen das systematische Anknüpfen an Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und die automatisierten Möglichkeiten der massenhaften Verbreitung und Plausibilisierung.

Im Workshop hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit den Herausforderungen von Fake News für die politische Bildungspraxis auseinanderzusetzen. Außerdem lernten sie Tools kennen, um mobile Endgeräte in den Seminarprozess miteinzubinden und probierten für die Jugendbildungsarbeit geeignete Methoden direkt selbst aus.

Christian Kirschner, Bildungsreferent bei basa e.V., leitete den Workshop. Die Powerpoint-Präsentation steht hier zum Download zur Verfügung.

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