Stätten deutscher Geschichte

weimar18 1

Auch in diesem Jahr fuhren Schüler*innen der Helmut-Schmidt-Schule im Rahmen unserer Reihe „Stätten deutscher Geschichte“ nach Weimar, um sich vor Ort mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Eine Frage sollte die Schüler*innen der 10. Klasse aus Usingen während dieser Woche die ganze Zeit begleiten: „Was hat die Geschichte des Nationalsozialismus mit mir zu tun?!“.

Nach einem Kennenlernen und einem kurzen, assoziativen thematsichen Einsteig, erlebten die Teilnehmenden am ersten Tag eine interaktive Stadtrallye durch Weimar, bei der sie auf historische Spurensuche zu Bezügen der NS-Zeit gingen.

Die dabei erarbeiteten ersten Impulse wurden am nächsten Morgen innerhalb eines Brainstormings zur Fragestellung „Was verbindet ihr mit dem Nationalsozialismus“ vertieft. Ziel war es dabei, die bereits vorhandenen Wissensbestände der Teilnehmenden zu aktivieren und sie für weitergehende Auseinandersetzungen zu mobilisieren. Nach einer ersten Clusterung der Begriffe konnten die Schüler*innen mit Hilfe zusätzlichen Materials wie Karten, Zeitleisten und Nachschlagewerken offene Fragen klären, ihr Schaubild ergänzen und für sich vervollständigen.

Zur weiteren Konkretisierung wurde ein kurzer Dokumentarfilm geschaut, analysiert und diskutiert. Anschließend wurden drei verschiedenen Workshopangebote vorgestellt und die Gruppe entsprecht aufgeteilte. Folgende Workshops wurden angeboten:

1) Das Leben jüdischer junger Menschen im Nationalsozialismus

In diesem Workshop ging es um eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Verfolgung jüdischer Menschen im Nationalsozialismus, der dahinterliegenden Ideologie des Antisemitismus und dessen Folgen im Nationalsozialismus, aber auch heute. Dabei kamen Methoden wie Steckbrief- und Filmanalysen, Selbstreflexionsmethoden, ein Memory-Quiz, kurze Inputs, Fallbeispielanalysen zur Erarbeitung von Handlungstransfers und kreative Methoden zur Erarbeitung eines resümierenden Statements zum Einsatz.

2) Von Ungleichwertigkeitsideologien betroffene, ausgegrenzte und verfolgte junge Menschen im Nationalsozialismus

Im Workshop 2 ging es um eine vertiefende Auseinandersetzung mit der Situation diskriminierter und verfolgter Jugendlicher im NS. Dabei lernten die Teilnehmenden die verschiedenen Personengruppen, die Prozesse der Exklusion, sowie die Stufen der Verfolgung kennen. In diesem Zusammenhang wurde auch das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit thematisiert und ein Transfer zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskursen vorgenommen. Auch hier wurde mit Steckbriefanalysen, Selbstreflexionsmethoden und kleineren Inputs, aber auch mit Methoden der Wertebildung gearbeitet.

3) Widerstand Jugendlicher gegen den Nationalsozialismus

Im Workshop 3 beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit Gruppen und Protagonist*innen des jugendlichen Widerstands gegen den NS. Dabei stand vor allem auch die Frage im Vordergrund – was macht einen Widerstand eigentlich aus? Wie kann man Widerstand leisten? Und: Wie grenzt sich Widerstand von anderen Begriffen wie „Rebellion“, „Revolution“, etc. ab? Methodisch wurde hier vor allem auf Recherche, Selbstreflexionsübungen, kleinere Inputs und Diskussionen zurückgegriffen

Der nächste Tag bestand aus der Besichtigung der Gedenkstätten Buchenwald. Noch vor der Anreise erfolgte einer erste Foto-Assoziationsübung, um in die Gedenkstätte einzuführen. Es folgte eine Führung über das Gelände, die von allen Teilnehmenden als außerordentlich eindrucksvoll wahrgenommen wurde. Besonders dadurch, dass der Guide immer wieder Bezug zur Situation junger Menschen im KZ nahm. Nach einer kurzen Mittagspause vor Ort erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheiten zur eigenen Erkundung des Geländes sowie zum Besuch der neuen Dauerausstellung. Hier konnten sie auch den Rechercheaufgaben aus den Workshops nachgehen.

Am Abend wurden verschiedene Reflexionsangebote zur Verfügung gestellt, die den heterogenen Bedürfnissen aller entgegenkommen sollten. Angeboten wurden parallele Räume des Sprechens & Diskutierens, des individuellen, kreativen Ausdrucks sowie des fachlichen „Fragenstellens“ an den Experten. Die Rechercheaufgaben wurden am folgenden Tag in den Kleigruppen aufgearbeitet und die Workshophase im Sinne des Handlungs- und Lebenswelttransfers abgerundet. Anschließend erfolgte eine kurze Präsentationsphase im Plenum, an die eine ausführlichen Reflexions- und Feedbackrunde anschloss.

Das Feedback der Schüler*innen fiel, trotz der anstrengenden und auch emotionalen Tage durchweg positiv aus. Es war ein intensive, aber lehrreiche Woche für Alle. Und am Ende stand für die Teilnehmende eindeutig fest: „Ja, ich habe was mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu tun!“

Unsere Webseite benutzt Cookies. Cookies sind kleine Dateien, die auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Das ist nötig, damit wir Ihnen alle Funktionen dieser Webseite bereitstellen können, etwa Navigation und Anmeldung. Darüber hinaus benutzten wir sie, um besser zu verstehen, welche Inhalte Sie als Nutzer*in besonders interessieren. Mit der Nutzung unserer Webseite und ihrer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok