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bcpb18: Inklusion in die digitale Gesellschaft

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Vom 2. bis 4. Mai 2018 veranstalteten basa e.V. das siebte Barcamp politische Bildung in Berlin. Rund 50 Fachkräfte diskutierten in zahlreichen Sessions zu Inklusion in die digitalisierte Gesellschaft.

Digitalisierung ist allgegenwärtig. Das Smartphone als steter Begleiter erscheint als fühlbares Zeichen einer vernetzten Welt, die neue Möglichkeiten, aber auch Anforderungen an uns mit sich bringt – in Alltag und Gesellschaft. Wie aber sehen die Zugänge aus, um an der digitalisierten Gesellschaft teilhaben zu können? Wer vernetzt sich mit wem oder was mit welchen Intentionen und Wirkungen? Wem bleiben dabei Zugänge welcher Art verschlossen? Inklusion in der digitalen Gesellschaft geht weit über Fragen zu barrierefreiem Internet hinaus. Die öffentliche Debatte über sowie Bildungsangebote zu digitalen Medien und Demokratie sind notwendig, um Teilhabe für alle zu schaffen. Wie können – zwischen schützender Gefahrenabwehr und aktivierender Gestaltung von Chancen – inklusive Bildungsansätze und ihre Ausgestaltung aussehen?

bcpb18 1Beim Barcamp stehen Lernen, Austausch und Vernetzung im Mittelpunkt. Hier sind – im großen Handlungsfeld politische Jugendbildung – ganz unterschiedliche Erfahrungen und auch Problemstellungen angesprochen. Die Teilnehmenden brachten zahlreiche Sessions ein, um miteinander zu diskutieren, voneinander lernen zu können und neue Ideen und Projekte entwickeln zu können. Zunächst führte Michel Ariens in die Diskussion um Inklusion in die digitale Gesellschaft ein. Er ist seit März 2017 Campaigner und Social Media Manager bei Change.org, der größten Online-Kampagnenplattform der Welt. Er ist Experte für Video, Foto, Social Media, Storytelling & Barrierefreiheit und gibt sein Wissen in Workshops u.a. über Leidmedien.de weiter. Er engagiert sich als Online-Aktivist, Blogger und Speaker für Inklusion und gegen (mediale) Diskriminierung und ist Vorstandsmitglied & Pressesprecher des Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien (BKMF) e.V. Gemeinsam diskutierten wir, welche unserer Projekte bereits inklusiv seien und wo insbesondere in Hinblick auf Digitalisierung noch Nachholbedarf besteht.

Sessions zu „Inklusion in der digitalen Gesellschaft“ bot u.a. Lydia Böttcher an. Sie ist aktiv im Projekt Demokratielabore der Open Knowledge Foundation, beschäftigt sich seit ihrem Studium der Bildungswissenschaft mit der Teilhabe von Menschen an gesellschaftlichen Prozessen. In Bildungsarbeit sensibilisieren und verschiedene Dimensionen und Perspektiven in den Blick nehmen und stärken sind zentrale Punkte ihrer Arbeit. Wie sich dies mit Daten und digitalen Tools verknüpfen und stärken lässt, kann durch zahlreiche Projekte der OKF deutlich werden. Lydia sprach vor allem über die Potentiale von Big Data Analysen für politische Projekte rund um Inklusion in die digitalisierte Gesellschaft. Sie stellte Schulsanierungskarten, Demographiestudien entlang einer Buslinie, “Jede Schule”, Wheelmap, Broken Lifts und weitere Projekte vor. Auch diskutierte sie die emanzipatorischen Potentiale von empowernden Projekten wie etwa Speakerinnen, Heart of Code, Girls make Games.

bcpb18 2basa e.V. beteiligte sich aktiv mit eigenen Sessions. Christian Kirschner stellte etwa das Spiel „Die wunderschöne Stadt Belgien“ vor. Das Spiel beschäftigt sich mit der Glaubwürdigkeit von Daten und Information unter den Vorzeichen von Fake News und vermeintlicher postfaktischer Zeiten. Das Spiel legt den Fokus vor allem auf die Mechanismen, durch die Informationen wahr und glaubwürdig erscheinen und reflektiert kritisch die Nutzung Sozialer Medien. Bei reger Spielbeteiligung diskutierten die Teilnehmenden die Potentiale des Spiels für die politische Bildung. Das Spiel wird in Kürze als OER verfügbar sein. Ebenso stellte Christian Kirschner in einer Session didaktische Konzepte zum Themenkomplex Smart City vor und fragte, inwiefern sich das Thema zur Diskussion von Inklusion in der poltisichen Bildung eignet.

Anna Krämer präsentierte das Projekt „Politisch motivierte Gewalt erforschen“. Sie diskutierte mit anderen Interessierten die Herausforderungen bei der Thematisierung von Terrorismus und politisch motivierter Gewalt mit Jugendlichen im Rahmen von Seminaren der politischen Bildung.

Dana Meyer warf in einer Session die Frage auf, wie in Bildungsarbeit und -marketing eine diversitätssensible Bildsprache gefunden werden kann. Für Ausschreibungen, Berichte und Materialien sind wir stets auf Bilder angewiesen und das egal ob Print oder Digital. Viele Stockphotos sind stereotyp und bilden nicht Gesellschaft in ihrer Vielfalt ab. Es sind oft junge, normschöne Menschen zu sehen. In der Session diskutierten die Teilnehmenden engagiert über Möglichkeiten der nicht-stereotypen Bildsprache und stellten erste Überlegungen zu konkreten Fotoprojekten an. Auch wurde verhandelt, inwiefern Abstraktion eine Strategie des Umgangs sein könnte, wobei eine deutliche Gefahr besteht, Menschen durch Symbole zu ersetzen und die Probleme des Otherings und Stereotypisierens nur zu verschieben.

bcpb18 3Darüber hinaus gab es rund 30 weitere Sessions, unter anderem zu:

  • Fake News mit Green Screen
  • Inklusion mit Menschen mit Fluchterfahrung in der Bildungsarbeit
  • Daten in der Bildungsarbeit
  • Schule und Lehrkräfte in der politsichen Bildung
  • Erreichen neuer digitaler Zielgruppen
  • Webinare und eLearning
  • Dein erster Tag
  • Faire Honorare in der politischen Bildung
  • QR-Codes Ralleys
  • Filme in der politischen Bildung: dieWeltrettung.org
  • ARG Big Data
  • DarkNet
  • Zeitgemäße Beteiligungsformen
  • Fressen > Moral
  • Verschlüsselte Kommunikation
  • Soccer meets learning
  • Erklärfilm bcpb
  • Magic Internet Money
  • Programmieren und politische Bildung
  • Kollektives Arbeiten in der politischen Bildung
  • Swing und politische Bildung
  • Videospiele in der politischen Bildung
  • Hassrede im Netz
  • Kleine digitale Beteiligungstools
  • Technikgestützte Moderation
  • Geschlechterreflektierte Bildungsarbeit
  • Praxisvorstellung Openion

Der Sessionplan und die gesamte Sessiondokumentation findet sich auf der Projektseite bcpb.de. Die Fotodokumentation findet sich auf flickr.

Das Barcamp politische Bildung fand vom 2. bis 4. Mai 2018 im wannseeFORUM Berlin statt. Das bcpb ist eine Veranstaltung der Projektgruppe „Digitale Medien und Demokratie“ im Jugendbildungsprogramm des Arbeitskreises deutsche Bildungsstätten. Mitglieder der Projektgruppe sind neben basa e.V. auch das ABC Bildungszentrum, Begegnungsstätte Schloss Gollwitz, Bildungsstätte Kurt Löwenstein und Stiftung wannseeFORUM.

Save the date: Auch 2019 wird das bcpb stattfinden. Diesmal vom 7. bis 9. Mai 2019 bei uns in der Bildungsstätte Alte Schule Anspach.

 

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