Fachtag: Neue Rechte und nationalistische Bewegungen im digitalen Raum

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Fachtag für Pädagog*innen und Multiplikator*innen der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit und alle weiteren Interessierten.

Weltweit beobachten wir seit einigen Jahren ein Erstarken rechter Bewegungen und Parteien. Mit der AfD ist nun auch in Deutschland eine extrem rechte, national-konservative Partei als gewählte Kraft ins Parlament eingezogen.Die Mehrheitsgesellschaft reagiert aufgrund des Ausmaßes der Entwicklungen hilflos bis irritiert. Grund hierfür ist auch die schwere Fassbarkeit der Bewegungen, denen durch die Digitalisierung der politischen Debatte über soziale Medien weit mehr Räume offenstehen, ihre Wut in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir möchten die Frage in den Fokus rücken, wie neue digitale Räume für die Verbreitung rechter Positionen genutzt werden und was das für eine demokratische Öffentlichkeit bedeutet. Darüber hinaus verfolgen wir angesichts der in dem Kontext geführten Debatten um Meinungsfreiheit und angemessene Meinungsäußerungen die Frage, was legitime Bestandteile einer demokratischen Öffentlichkeit sind und wer darüber entscheidet.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Workshop 1: Die Identitären – von der digitalen zur analogen Aktionsform

In diesem Workshop zur „Identitären Bewegung“ wird zunächst auf die junge Geschichte und Erscheinungsformen dieser rechtsextremen Gruppierung eingegangen, um dann deren Inhalte und die Verbindungen zur Neuen Rechten zu beleuchten. Auch der (straf)rechtliche Rahmen wird erörtert. Anschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie man mit Jugendlichen
anhand von medienpädagogischen Möglichkeiten solche Ideologien kritisch hinterfragen kann.

Referent*innen: Achim Dünnhoff (Polizei Frankfurt, www.polizei.hessen.de), Alia Pagin (Medienzentrum Frankfurt, www.medienzentrum-frankfurt.de)

 

Workshop 2: Wem gehört das Internet? Aneignung digitaler Räume zwischen Hassrede und „Political Correctness“

In Sozialen Medien wird lautstark diskutiert, agitiert, verwirrt… Rassistische Kommentare und Hetze finden sich an vielen Stellen. Daran ändert auch das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das Hassrede online in die Schranken weisen sollte, wenig. Wir sehen die Herausforderung darin, sich „das Internet“ von den Rechten nicht wegnehmen zu lassen. In unserer Bildungspraxis fragen wir: Welche emanzipatorischen Potentiale bietet das Netz? Wie lassen sich Diskussionen führen, wenn Hassrede und political correctness als Argumente genutzt werden?

In unserem Workshop berichten wir über das Mediennutzungsverhalten junger Leute. Wir stellen an konkreten Beispielen politische Online-Diskussionskultur vor. Wir zeigen, wie Rechte online argumentieren. Wir beschäftigen uns mit „political correctness“ und geben mit Beispielen und Methoden aus unserer Bildungspraxis Werkszeuge an die Hand, um im eigenen pädagogischen Alltag das Thema Neue Rechte im Internet anzugehen.

Referent*innen: Anna Krämer & Christian Kirschner (basa e.V., www.basa.de)

 

Workshop 3: Zum Umgang mit der Neuen Rechten

Seit geraumer Zeit nehmen Akteurinnen und Akteure der sogenannten Neuen Rechten – wie das ‚Institut für Staatspolitik‘, der Antaios-Verlag und dessen Zeitschrift Sezession oder die Identitäre Bewegung – verstärkt öffentliche Räume für sich in Anspruch. Ihre Strategie besteht darin, die Grenzen des Sagbaren zu verschieben und damit Werte der Aufklärung öffentlich verhandelbar zu machen, die oftmals für unhintergehbar gehalten wurden. Diese Strategie geht in Teilen auf, Begriffe und Konzepte der sich intellektuell gebenden Neuen Rechten und der von ihr proklamierten ‚konservativen Revolution‘ sind in der gesellschaftlichen Mitte angekommen. Während ihr gesellschaftlicher Einfluss die Grenzen der Marginalität zu überschreiten droht, und etwa in Österreich bereits massiv auf die parlamentarische Politik wirkt, diskutiert der Feuilleton, ob und wie mit Rechten geredet werden soll.

Wie aber kann sich dieser Tendenz einer Normalisierung rechtradikaler Ideologie durch die Neue Rechte entgegengestellt werden? Mit welchen Mitteln, Argumentationen und Mythen arbeitet die Neue Rechte und welche handlungspraktischen Strategien lassen sich dagegen entwickeln? Auf diese und weitere Fragen werden wir versuchen in dem Workshop Antworten zu finden.

Referent:Oliver Fassing (Bildungsstätte Anne Frank, www.bs-anne-frank.de)

 

Workshop 4: Facebook, Instagram und Discord – Die Medienstrategie der Neuen Rechten für jede Zielgruppe

Rechtsextreme und Rechtspopulist*innen mobilisieren über soziale Medien und schaffen sich eigene Plattformen. Dabei wird jede Zielgruppe bedient. Die AfD oder Pegida sind auf Facebook besonders aktiv. Die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ zeigt auf Instagram nicht nur hübsche Fotos sondern verbreitet so auch ihre Verschwörungstheorien zum „Großen Austausch“ unter jungen Leuten. Auf nach außen abgeschirmten Plattformen wie Discord wird währenddessen der „Informationskrieg“ von rechtsaußen geplant. Aktuelle Entwicklungen und Gegenstrategien.

Die Amadeu Antonio Stiftung setzt sich für eine demokratische Zivilgesellschaft ein, die sich auch online konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus und andere Diskriminierungsformen wendet. Wir glauben, dass man gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit am wirksamsten mit Initiativen und Projekten vorgehen kann, die Aufklärung und couragierte Gegenrede betreiben – auch im digitalen Raum.

Referent: Stefan Lauer (Amadeu Antonio Stiftung, www.amadeu-antonio-stiftung.de)

 

Workshop 5: Rechtsextremismus in Sozialen Medien  Probleme, Chancen, Fragen

In den Sozialen Medien des Internets - Video- und Bildplattformen, Blogs, Foren, Chatseiten, kommen junge Menschen leicht und oft sehr früh mit rechtsextremer Ideologie und mit Personen in Berührung. Dabei geben sich Rechtsextreme oft bewusst „normal“ oder „modern“. Botschaften werden subtil oder eindeutig medial und mit Unterhaltungswert vermittelt, Waren online vertrieben, Musik verbreitet und Aktivitäten über das Internet organisiert. Wir werden uns im Workshop exemplarisch einzelne Erscheinungsformen anschauen und deren Wirkungen kennenlernen. Auch werden wir der Frage nachgehen, welche Herausforderungen sich daraus für uns und die Gesellschaft ergeben.

Referent*innen: Gamze Damat & Torsten Niebling (Rote Linie, www.rote-linie.net)

 

Vollständige Ausschreibung

flyer fachtag vorderseite

Der Fachtag wird gemeinsam veranstaltet vom Präventiven Jugendschutzes / Jugend- und Sozialamt Frankfurt a. M., basa e.V., Netzwerk gegen Gewalt Frankfurt a.M., der Jugendkoordination Polizei Frankfurt a.M., dem Präventionsrat der Stadt Frankfurt a.M., dem Projekt des HKM Gewaltprävention und DemokratieLernen (GuD) , dem Hessischen Kultusministerium, und dem Medienzentrum Frankfurt e.V.

Gefördert durch Mittel des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Veranstaltung im Überblick

Veranstaltungsbeginn 21.03.2018 09:30
Veranstaltungsende 21.03.2018 17:30
Teilnahmebeitrag kostenfrei
Zielgruppe Pädagog*innen und Multiplikator*innen der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit und alle weiteren Interessierten.
Referent*innen Achim Dünnhoff, Alia Pagin, Anna Krämer, Christian Kirschner, Danijel Majic, Eva Berendsen, Jamila Adamou, Gamze Damat, Tobias Voss, Oliver Fassing, Stefan Lauer und Torsten Niebling
Verpflegung Für ein warmes Mittagessen ist gesorgt.
Veranstaltungsort
Jugend- und Sozialamt Stadt Frankfurt
Eschersheimer Landstraße 241-249, 60320 Frankfurt am Main, Deutschland
Jugend- und Sozialamt Stadt Frankfurt
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